Gute Taktik, sehr guter Torwart

Die Überraschung war deshalb so groß, weil die Höchstadter bis dahin alle drei Heimspiele gewonnen und die Erdinger alle drei Auswärtsspiele verloren hatten. Dazu kam noch, dass im Gladiators-Tor der erst 17-jährige Menno Bergmeister war, der zuletzt in Landsberg ein paar Minuten in die Bayernliga hineinschnuppern durfte und nun bei den Alligators erstmals von Beginn an zwischen den Pfosten stand.

„Unser Ziel war, so lange wie möglich das Spiel eng zu halten und gut zu stehen, denn wir haben gewusst, dass Höchstadt gute Einzelspieler hat und stark im Powerplay ist“, sagte Erdings Trainer Thomas Vogl in der Pressekonferenz. „Das ist uns im ersten Drittel sehr gut gelungen, im zweiten hat Höchstadt dann die Kontrolle mehr und mehr übernommen, aber wir sind mit einem 1:1 in die zweite Pause gegangen.“

Spielentscheidend für den Gladiators-Coach war die Situation, „als wir lange mit Fünf gegen Drei spielen konnten“. In dieser Phase waren die Gladiators auf 4:1 davongezogen und hatten die Partie dann ruhig nach Hause gespielt. „Ich bin sehr froh, wie meine Jungs die Taktik umgesetzt und wie diszipliniert sie sich verhalten haben“, meinte ein strahlender Vogl. „Ich bin überglücklich über die drei Punkte.“

Sichtlich angefressen war sein Gegenüber Martin Sekera, der auf Neuzugang Mikhail Nemirovsky verzichtet hatte, da er mit dessen Auftreten zuletzt nicht zufrieden gewesen sei. „Ich habe meine Mannschaft davor gewarnt, dass jede Mannschaft, die hierher kommt, defensiv und diszipliniert spielt“ konstatierte er. „So ein Spiel musst du schnell entscheiden, das ist uns nicht gelungen.“ Im zweiten Drittel habe sein Team die Chancen dazu gehabt, im Schlussdrittel habe seine Mannschaft durch eigene Dummheit und Undiszipliniertheiten die Punkte verschenkt. „Wir waren nicht in der Lage, die Tore zu schießen, außerdem war der Erdinger Torwart überragend“, schloss Sekera seine Ausführungen.

Auf Nachfrage erzählte Vogl, dass Bergmeister ein Südtiroler ist und deshalb als Ausländer gilt. „Er spielt schon das vierte Jahr beim EV Landshut, war aber heuer in der DNL, die mit drei Ausländern spielen darf, der vierte und damit überzählige Ausländer.“ Deshalb habe ihn der EVL gewissermaßen in Erding „geparkt“. Bergmeister habe bislang in der U 20 gespielt, nach der Verletzung von Christoph Schedlbauer habe er ihn hochgezogen. Zwei Wochen habe er nun mit dem Bayernliga-Team trainiert. „In habe selbst nicht gewusst, wie stark er wirklich ist, denn Training ist doch etwas anderes als Spiel“, sagte Vogl. „Für seine 17 Jahre war er total cool im Tor, und mich freut es brutal für den Burschen.“

Gut möglich, dass Bergmeister am Freitag im Heimspiel gegen Sonthofen seinen Einstand vor heimischem Publikum gibt. Am Sonntag dann geht es zum Nachbarn EHC Klostersee. Eine eminent wichtige Partie im Kampf um Platz sechs.

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