„Ein verrücktes Spiel“

Die Führung wechselte ständig. „Im ersten Drittel haben wir gut begonnen und sind 2:1 in Führung gelegen“, analysierte Feilmeier. „Wir hatten danach das Spiel in der Hand, im zweiten Drittel hatten wir eine Schussbilanz von 18:7.“ Stark war in dieser Phase Erdings Torwart Andreas Gerlspeck, der seinen Fehler, der zum 1:2 geführt hatte, in dieser Phase mehrfach wieder ausbügelte. Dann habe sich seine Mannschaft in Unterzahl „durch eine dumme Aktion weiter dezimiert“, beklagte Feilmeier. Die Folge war, dass die Erdinger aus einem 2:3 ein 4:3 gemacht hätten, „und dann haben wir durch ein saudummes Tor noch das 3:5 kassiert“, als Keeper Clemens Ritschel einen harmlosen Schuss von Dominik Wagner passieren ließ. „Da waren wir eigentlich weg, aber Hut ab vor der Moral der Truppe“, meinte Passaus Trainer. Die Blackhawks machten aus dem 3:5 ein 5:5 und dann aus dem 5:6 ein 6:6, um schließlich in der Verlängerung zu gewinnen. „Overtime ist immer Glückssache“, stellte Feilmeier fest. „Letztlich waren wir ein glücklicher Sieger.“

„Man hat gesehen, warum Passau so weit oben steht“, sagte der Erdinger Trainer. „Vor allem im zweiten Drittel haben sie richtig gutes Eishockey gezeigt, da haben wir mit Mann und Maus verteidigt.“ Letztlich sei man über das Überzahlspiel – hier haben die Gladiators derzeit den Bestwert in der Liga – wieder zurückgekommen. „Und dann ist der Sieg greifbar, und immer wieder kriegst du eins rein.“ Vogl berichtete: „Die Jungs sitzen alle enttäuscht und fertig in der Kabine.“ Er sei zufrieden mit der Leistung und fügte an: „Ich bin stolz auf das Team.“

Auf die Frage, warum Andreas Gerlspeck diesmal im Tor den Vorzug vor Christoph Schedlbauer erhalten habe, antwortete Vogl: „Weil der Schedl die ganze Woche nicht trainieren konnte.“ Natürlich sei er ein überragender Torwart, „aber hat sieben Tage lang keinen einzigen Schuss aufs Tor bekommen“. So habe er eben entschieden: „Wer im Training ist, der spielt.“ Der Gladiators-Trainer erzählte, dass Gerlspeck wie ein Häufchen Elend in der Kabine gesessen sei. „Der Gerle tut mir leid. Das war ein bitteres Spiel für ihn.“ Sein Gegenüber Feilmeier sagte: „Das Spiel hat euch sicher nicht der Torwart verloren, und ich hätte als Trainer genauso gehandelt.“

Ein Lob hatte Vogl für Neuzugang Jamie Hill parat, der mit einer satten Direktabnahme das zwischenzeitliche 6:5 erzielt hatte. „Man hat gesehen, er wird immer besser“, konstatierte der Erdinger Banden-Chef. „Der Bursche kommt schon noch.“ Was die Verletzten betrifft, so konnte Vogl keine Entwarnung geben – im Gegenteil: Philipp Spindler wird wegen einer Sprunggelenkverletzung mindestens zwei Monate pausieren müssen, bei Sebastian Lachner, der immer noch an den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung leidet, und Lars Bernhardt, der noch mit Leistenproblemen kämpft, ist eine Rückkehr ungewiss.

Das nun folgende Programm ist für die Gladiators alles andere als leicht. Es stehen drei Auswärtsspiele hintereinander auf dem Programm, in Geretsried, Schweinfurt und Schongau. Die letzten drei Begegnungen auf fremdem Eis haben die Erdinger verloren, 2:3 in Pfaffenhofen, 4:7 in Königsbrunn und 3:7 in Grafing, und so fordert Vogl: „Wir müssen anfangen, auch auswärts mal so zu spielen wie daheim und die Leistung gegen jeden abrufen.“ Auf den Einwand, dass es jetzt sehr schwierig sei, Rang sechs noch zu erreichen, auch oder gerade angesichts der kommenden Aufgaben, entgegnete der Gladiators-Trainer: „Ich mag schwierig. Einfach ist einfach.“