Interview mit Gladiators-Trainer Thomas Vogl

Foto: Wolfgang Krzizok

Herr Vogl, wieso musste mit Mathias Jeske einer der Publikumslieblinge gehen?


Zunächst einmal ist es so, dass wir mit unserem Budget streng haushalten und unseren Kader ein wenig verkleinern müssen. Wir müssen uns gut überlegen, wie wir die einzelnen Positionen besetzen. Und gerade die Position des Offensivverteidigers verkörpert meiner Meinung nach unser Neuzugang Mark Waldhausen mehr als Matze Jeske.



Wie hat Mathias Jeske die Entscheidung aufgenommen?


Wir haben mehrfach miteinander telefoniert. Er wäre mit der Position, die ich ihm gegeben hätte, letztlich nicht zufrieden gewesen. Er wäre siebter Verteidiger gewesen. Wir brauchen aber im Endeffekt keine sieben bezahlten Verteidiger. Das bringt nur Unruhe, wenn nur sechs spielen.



Und wer wird jetzt siebter Verteidiger?


Das soll ein junger Spieler werden, möglichst aus dem eigenen Nachwuchs. Basti Cramer ist ein Kandidat, ein weiterer wäre Paul Wallek gewesen, der uns aber leider verlassen hat. Die zwei haben ja letzte Saison schon zum erweiterten Kader gehört, haben aber fast keine Eiszeiten bekommen. Die brauchen sie aber, um sich zu entwickeln. Die Jungen müssen zum Beispiel bei Verletzungen nachrutschen und mehr Verantwortung bekommen. Wir müssen ja auch an die Zukunft des Vereins denken.



Es steht ja außer Paul Wallek auch Jonas Steinmann nicht mehr zur Verfügung – und Marco Deubler ist vor dem Absprung.


Das liegt nicht in unserer Hand. Vor allem Steini und Deubi tun uns richtig weh. Sie werden schwer zu ersetzen sein, außerdem tut es immer besonders weh, wenn eigene Spieler den Verein verlassen. Ich habe aber mit allen Gespräche geführt. Wenn sich ihr Traum nicht erfüllt, beziehungsweise wenn Jonas mit dem Studium fertig ist und wieder anfangen möchte – für alle drei steht die Tür immer offen.



Wie soll der Kader in der neuen Saison denn überhaupt aussehen?


Ich stelle mir den Kader mit sechs gestandenen Verteidigern und neun gestandenen Stürmern vor. Dazu die jungen Spieler. Ich will den Kader schneller, agiler und fitter machen. Ich habe die Mannschaft ja in den vergangenen Monaten verfolgt und habe gesehen: Es sind viele gute Spieler da. Aber am Ende hat die Power gefehlt. Wir waren meistens einen Schritt zu langsam und nicht hart genug in den Zweikämpfen.



Betrifft das nur die Abwehr?


Nein, natürlich nicht. Auch im Sturm wird es Veränderungen geben. Wir brauchen ein anderes Gesicht, schneller, agiler, mit mehr Pep. Wir wollen uns verändern, das wird auch vom Umfeld erwartet. Spieler kommen und gehen. Da sind halt auch Entscheidungen dabei, die nicht leicht sind.



Können Sie schon konkrete Namen nennen?


Nein, solang nicht alles in trockenen Tüchern ist. Grundsätzlich werden Spieler nach Erding kommen, die nicht nur mit einer guten Vorrunde zufrieden sind. Solche wie jetzt aktuell Sebastian Lachner und Christian Poetzel. Die haben jetzt praktisch zwei Jahre nicht gespielt. Die sind richtig heiß, und die wollen was erreichen. Ich freue mich sehr, dass sie wieder zurückkommen. Ich finde es allerdings schade, dass die Rückkehr der zwei bei der Berichterstattung beziehungsweise der Resonanz darauf so untergegangen ist. Noch einmal: Unser Prinzip bei den Neuzugängen heißt: fitter, schneller, ehrgeiziger. Und wenn einer mal nicht so talentiert ist, macht das gar nichts. Talent haben wir genug in der Mannschaft.



Und wie sieht es auf der Torwart-Position aus?


Unseren neuen Keeper werden wir am Wochenende bekanntgeben.


Das Gespräch führte Wolfgang Krzizok.

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